2:0 in Final­se­rie: SCK erkämpft sich den Matchball

Der SC Kreuz­lin­gen hat sich im zwei­ten Spiel der Best-of-Five-Serie der Schwei­zer Was­ser­ball­mei­ster­schaft erneut durch­ge­setzt. Mit einem hart erar­bei­te­ten 11:9‑Auswärtssieg gegen Carouge Nata­ti­on sicher­ten sich die Thur­gau­er den zwei­ten Punkt in der Final­se­rie – und haben nun am kom­men­den Sams­tag im hei­mi­schen Frei­bad Hörn­li die gros­se Chan­ce, den Sack zuzu­ma­chen und den Mei­ster­ti­tel zu verteidigen.

Dass man sich in einer sol­chen Final­se­rie immer wie­der aufs Neue bewei­sen muss, jedes Spiel sei­nen ganz eige­nen Cha­rak­ter hat und Ver­lauf nimmt, ist hin­läng­lich bekannt. Und auch, dass ein Resul­tat von zwei Tagen zuvor über­haupt kei­nen Ein­fluss mehr auf das aktu­el­le Spiel nimmt. Mit genau die­sen Rea­li­tä­ten muss­te sich der SCK an die­sem war­men Diens­tag­abend in der West­schweiz aus­ein­an­der­set­zen – und es ent­wickel­te sich ein kom­plett ande­res Spiel als noch zum Auf­takt der Serie.

Die Gast­ge­ber erwisch­ten den bes­se­ren Start in die Par­tie und zwan­gen den Kreuz­lin­gern zunächst ihr Tem­po auf. Wäh­rend im Angriff der Ost­schwei­zer wenig zusam­men­pass­te und man im Abschluss zu wenig Kon­se­quenz zeig­te, mach­ten es die Haus­her­ren bes­ser. Melet, Gros und Pon­ti­ke­as tra­fen für Carouge, auf Kreuz­lin­ger Sei­te war ein­zig Pablo Car­bal­lo erfolg­reich. Kurz vor Ende des ersten Vier­tels dann doch das Auf­bäu­men des SCK: Erst Mateo Cuk, dann Flu­r­in Ricken­bach tra­fen – inner­halb weni­ger Sekun­den zum 3:3‑Ausgleich. Doch Carouge zeig­te sich unbe­ein­druckt. Dem Diri­gen­ten im Spiel der Gen­fer, dem ehe­ma­li­gen grie­chi­schen Inter­na­tio­na­len Kiria­kos Pon­ti­ke­as, wur­de zwei Sekun­den vor der ersten Sire­ne zu viel Raum gewährt. Er nutz­te die­sen und traf zur erneu­ten Füh­rung – 4:3.

Im zwei­ten Vier­tel woll­te Trai­ner Milan Petro­vic sei­ne Mann­schaft ähn­lich domi­nant sehen wie beim Heim­auf­tritt – doch die­ses Spiel schrieb sei­ne eige­nen Regeln. Für Kreuz­lin­gen tra­fen zwar Kapi­tän Joel Her­zog und Cen­ter Mateo Cuk, aber auch Ronen Gros dop­pelt und Roman Gar­cia für Carouge. Mit einem 7:5‑Rückstand aus Sicht der Gäste wur­den die Sei­ten gewechselt.

Spä­te­stens jetzt muss­te der SCK den Tritt fin­den – und tat dies auch. Erneut war es der stark auf­spie­len­de Mateo Cuk sowie Noah Dud­ler aus spit­zem Win­kel, die das Rezept gegen den Carouger Schluss­mann fan­den. Aus­gleich – 7:7. Doch die Wen­de blieb vor­erst aus: Gros und Pon­ti­ke­as, die Aktiv­po­sten im Spiel der Gen­fer, stell­ten den alten Abstand wie­der her – 9:7. Auf Kreuz­lin­ger Sei­te waren nun Lea­der­qua­li­tä­ten gefragt – und sie kamen. Mateo Cuk setz­te sich im Cen­ter durch, Joel Her­zog ver­wan­del­te einen Foul­penal­ty eis­kalt. 9:9 – mit die­sem Spiel­stand ging es in die letz­te Pause.

Alles war nun ange­rich­tet für eine Fina­lis­si­ma inner­halb des Fina­les. Carouge ver­tei­dig­te tief, stell­te sich vor den Kreuz­lin­ger Unru­he­herd Mateo Cuk. Das eröff­ne­te Räu­me auf den Aus­sen­po­si­tio­nen. Joel Her­zog nutz­te einen sol­chen Moment, zir­kelt den Ball um den Block sei­nes Gegen­spie­lers und bringt den SCK erst­mals in Füh­rung. Kurz dar­auf fasst sich Noah Dud­ler ein Herz, zieht ab – und trifft. 11:9, noch gut drei Minu­ten zu spielen.

Jetzt war die Kreuz­lin­ger Defen­si­ve gefor­dert – und sie ant­wor­te­te. Mit ver­ein­ten Kräf­ten und der Ent­schlos­sen­heit eines Teams, das den Titel vor Augen hat, ver­tei­dig­ten die Thur­gau­er ihr Tor wie eine Löwen­mut­ter ihr Jun­ges. Als Carouge noch ein Penal­ty zuge­spro­chen wur­de, war Dar­ko Alek­sic zur Stel­le – der SCK-Schluss­mann parier­te und avan­cier­te wie schon im ersten Spiel zum siche­ren Rückhalt.

Und so endet auch die­se Par­tie – trotz kom­plett ande­rem Spiel­ver­lauf – mit dem glei­chen Sie­ger: Der SC Kreuz­lin­gen steigt erneut als Gewin­ner aus dem Was­ser und krallt sich den Match­ball. Am Sams­tag, 12. Juli, um 20:30 Uhr bie­tet sich vor hei­mi­schem Publi­kum die gros­se Chan­ce zur Titel­ver­tei­di­gung. Bestes Was­ser­ball­wet­ter ist vor­aus­ge­sagt – nun hofft man auf eine vol­le Tri­bü­ne, die das Hörn­li-Frei­bad in einen bro­deln­den Hexen­kes­sel verwandelt.

Carouge Nata­ti­on – SC Kreuz­lin­gen 9:11
Vier­tels­er­geb­nis­se: 4:3, 3:2, 2:4, 0:2

Carouge Nata­ti­on:
Y. Schmu­ki (T), L. Aba­te, R. Gros (4), R. Catil­laz, R. Bla­ry ©, B. Fischer, K. Pon­ti­ke­as (3), R. Gar­cia (1), M. Rota, J. Melet (1), V. Orfa­nos, D. The­bau­lt, A. Degol­lar (T)
Trai­ner: M. Brisfer

SC Kreuz­lin­gen:
D. Alek­sic (T), Z. Zlo­mis­lic, B. Pfi­ster, M. Cuk (4), P. Würth, F. Ricken­bach (1), J. Her­zog (C/3), Y. Her­zog, G. Ricken­bach, L. Läng­le, P. Car­bal­lo (1), N. Dud­ler (2), Ch. Würth
Trai­ner: M. Petrovic