Auf­takt­sieg im Playoff-Halbfinal

Mit dem ersten Spiel der Best-of-Three-Serie gegen Carouge Nata­ti­on star­te­te der SC Kreuz­lin­gen am Sams­tag, 27. Juni,  in die Play­off-Halb­fi­nals der Natio­nal­li­ga A. Bereits im Vor­feld sorg­te die Par­tie für reich­lich Gesprächs­stoff. Eigent­lich hät­te Carouge das Heim­spiel in sei­nem gewohn­ten Schwimm­bad aus­tra­gen sol­len. Nach­dem die­ses jedoch an besag­tem Wochen­en­de nicht zur Ver­fü­gung stand, setz­te der Ver­band den Gen­fern eine Frist, um eine geeig­ne­te Ersatz­spiel­stät­te zu orga­ni­sie­ren. Die­se ver­strich jedoch ohne Lösung, wes­halb das Heim­recht fol­ge­rich­tig an den SC Kreuz­lin­gen über­tra­gen wur­de. Umso über­ra­schen­der war dann die kurz­fri­sti­ge Kehrt­wen­de des Ver­ban­des: Das Spiel wur­de schliess­lich doch in Nyon aus­ge­tra­gen – mit Carouge als Gastgeber.

Für die­se zusätz­li­chen Stra­pa­zen woll­ten sich die Kreuz­lin­ger ent­schä­di­gen. Schliess­lich muss­te die Rei­se nun doch quer durch die Schweiz ange­tre­ten werden.

Der Start in die Par­tie ver­lief aller­dings alles ande­re als nach Wunsch. Dabei war von Beginn an klar gewe­sen, was es brau­chen wür­de, um die unbe­que­men Gen­fer aus der Reser­ve zu locken und nie­der­zu­rin­gen: eine geschlos­se­ne Mann­schafts­lei­stung und eine Best­lei­stung jedes Ein­zel­nen. Statt­des­sen erwisch­te Carouge den deut­lich bes­se­ren Auf­takt und setz­te sich bis zur ersten Vier­tels­pau­se mit 4:1 ab.

Erst im zwei­ten und drit­ten Abschnitt fan­den die Kreuz­lin­ger bes­ser in die Par­tie. Nun gelan­gen auch Lösun­gen gegen den Defen­siv­ver­bund der Carouger rund um Ex-Frank­reich-Natio­nal­tor­hü­ter Clé­ment Dubo­is. Den­noch blieb der Rück­stand bestehen. Immer wie­der kämpf­te sich der SCK auf zwei oder drei Tore her­an, doch Carouge hat­te auf jede Kreuz­lin­ger Auf­hol­jagd eine Ant­wort und ver­tei­dig­te den im ersten Vier­tel erar­bei­te­ten Vor­sprung konsequent.

Mit einem 11:8‑Rückstand ging der Schwei­zer Mei­ster schliess­lich in den Schluss­ab­schnitt. Nun war klar: Es brauch­te ein­mal mehr jene berühm­te Kreuz­lin­ger Auf­hol­jagd, wie man sie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren schon mehr­fach erlebt hat­te, wenn es um die Wurst ging. Das Spiel stand nun auf Mes­sers Schnei­de. Der SCK muss­te offen­siv alles ris­kie­ren, um die nöti­gen Tore noch erzie­len zu kön­nen. Gleich­zei­tig durf­te man defen­siv kaum mehr etwas zulas­sen – denn jeder wei­te­re Gegen­tref­fer hät­te wohl die Vor­ent­schei­dung bedeutet.

Die Kreuz­lin­ger war­fen noch­mals alles in die Waag­scha­le. Zwar kam auch Carouge zu einem wei­te­ren Tref­fer, doch der Mei­ster glaub­te wei­ter­hin an sei­ne Chan­ce und kam auf 12:10 her­an.  Etwas mehr als eine Minu­te vor Schluss lei­te­te Chri­sti­an Würth nach einer erfolg­reich über­stan­de­nen Unter­zahl­si­tua­ti­on einen Angriff ein. Er star­te­te sofort zum Kon­ter und konn­te nur noch regel­wid­rig gestoppt wer­den. Den fäl­li­gen Straf­wurf ver­wan­del­te sein Bru­der Patrick Würth eis­kalt zum 12:11.

Nun blieb dem SCK noch ein letz­ter Angriff, um den Aus­gleich zu erzwin­gen. Und tat­säch­lich: An die­sem an Dra­ma­tik kaum zu über­bie­ten­den Was­ser­ball­abend konn­te es fast nicht anders kom­men. Zwan­zig Sekun­den vor der Schluss­si­re­ne war es Mateo Cuk, der eben­falls vom Fünf­me­ter­punkt die Ner­ven behielt und zum 12:12 aus­glich. Es war gleich­zei­tig das erste und ein­zi­ge Mal wäh­rend der gesam­ten Par­tie, dass die Kreuz­lin­ger nicht im Hin­ter­tref­fen lagen.

Die bis dahin inten­siv, aber gröss­ten­teils fair geführ­te Was­ser­ball­schlacht nahm in der Schluss­se­kun­de aller­dings noch ein unrühm­li­ches Ende. Eine Sekun­de vor Spie­len­de schlug der Carouger Dami­en The­bau­lt sei­nem Gegen­spie­ler Patrick Würth mit der Faust über Was­ser ins Gesicht. Die Unpar­tei­ischen ahn­de­ten die Tät­lich­keit fol­ge­rich­tig mit der Roten Karte.

Dar­auf­hin kam es zu einer Rudel­bil­dung. Kreuz­lin­ger Spie­ler stell­ten den Übel­tä­ter unmit­tel­bar nach der Akti­on zur Rede, wor­auf die Situa­ti­on innert Sekun­den eska­lier­te. Spie­ler, Trai­ner, Funk­tio­nä­re und auch Zuschau­er befan­den sich plötz­lich auf der Kreuz­lin­ger Sei­te ent­lang der Fünf­me­ter­li­nie, wo sich das Hand­ge­men­ge wei­ter ver­la­ger­te. Erst nach meh­re­ren Minu­ten gelang es den Betei­lig­ten und den Offi­zi­el­len, die auf­ge­heiz­te Situa­ti­on wie­der zu beruhigen.

Nach die­sem hek­ti­schen Schluss­ak­kord muss­te das erste Halb­fi­nal­spiel also im Penal­ty­schies­sen ent­schie­den wer­den. Die gros­se Fra­ge lau­te­te nun: Wer hat­te sich trotz der tur­bu­len­ten Schluss­pha­se die stär­ke­ren Ner­ven bewahrt?

Die Ant­wort lie­fer­te Luci­an Strkalj ein­drück­lich. Der Kreuz­lin­ger Schluss­mann wuchs in den ent­schei­den­den Momen­ten über sich hin­aus und parier­te sämt­li­che Carouger Straf­wür­fe. Kreuz­lin­gen ver­wan­del­te sei­ner­seits zwei Penal­tys und sicher­te sich damit einen 2:0‑Erfolg im Penal­ty­schies­sen sowie den so wich­ti­gen ersten Sieg in die­ser Playoff-Halbfinalserie.

So endet eine Par­tie, die sport­lich wie emo­tio­nal wohl noch lan­ge in Erin­ne­rung blei­ben wird. Ein Spiel, des­sen Geschich­te lei­der auch ein unschö­nes Kapi­tel erzählt – für den SC Kreuz­lin­gen aber den­noch mit einem Hap­py End.

Wei­ter geht’s für die Thur­gau­er am Diens­tag, 30. Juni im hei­mi­schen Hörn­li. Um 20:30 Uhr wol­len sie die Serie auf 2:0 stellen.

Carouge Nata­ti­on – SC Kreuz­lin­gen 12:14 (n.P.)

Vier­tels­er­geb­nis­se: 4:1, 4:4, 3:3, 1:4 (0:2 n.P.)

Carouge Nata­ti­on:
Dubo­is (T), Abba­te (1), Mad­dern (3), Catil­laz (2), Bla­ry (C/2), Maré­chal (1), Pon­ti­ke­as (1), Gar­cia, Rota, Roscio (2), The­bau­lt, Man­gio­ris, Jaquier

SC Kreuz­lin­gen:
Strkalj (T), Zlo­mis­lic (1), Cuk (4), Läng­le (1), F. Ricken­bach (1), J. Her­zog (C/1), Y. Her­zog, G. Ricken­bach, Car­bal­lo (1), P. Würth (3), Til­le­ma (T), Ch. Würth (2)