Der SC Kreuzlingen ist Cupsieger 2026!
Bericht: Yves Herzog
Titelbild: Siro Rickenbach
Der SC Kreuzlingen reiste am vergangenen Wochenende für das diesjährige Cup Final Four nach Genf ins Piscine Marignac. Es ist ein Schwimmbad, an das die Wasserballer vom Bodensee beste Erinnerungen haben: Vor ziemlich genau einem Jahr konnte der SCK an gleicher Stelle ebenfalls den Schweizer Cup gewinnen. Entsprechend gross war die Motivation, dieses Kunststück auch in diesem Jahr zu wiederholen. Im Halbfinale wartete am Samstag zunächst Dauerrivale SC Horgen, ehe am Sonntag das grosse Endspiel auf dem Programm stand.
SCK setzt sich in umkämpftem Halbfinal durch
Im Halbfinale gegen den SC Horgen entwickelte sich von Beginn weg die erwartet intensive und hart umkämpfte Partie. Zunächst waren es allerdings die Zürcher Herausforderer, die den besseren Start erwischten. Die Horgener fanden früh den Weg zum Tor und entschieden das erste Viertel mit 4:3 zu ihren Gunsten.
Im zweiten Abschnitt wachte dann aber auch der SCK auf und unterstrich ganz deutlich, dass man auch in diesem Jahr wieder ganz zuoberst auf dem Siegerpodest stehen wollte. Die Kreuzlinger spielten nun stark auf, agierten offensiv deutlich konsequenter und drehten die Partie bis zur Pause in eine 9:6‑Führung.
Doch die Horgener liessen sich nicht abschütteln. Schritt für Schritt kämpften sie sich zurück in die Partie und verkürzten den Rückstand kontinuierlich. Vor dem letzten Seitenwechsel war das Spiel wieder völlig offen: Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 13:12 ging der SCK ins Schlussviertel.
Die Partie stand auf Messers Schneide. Doch die Kreuzlinger reagierten in Meistermanier. Nach Wiederanpfiff erhöhten sie das Tempo nochmals und zogen innert kurzer Zeit auf 17:12 davon. Wer nun glaubte, die Entscheidung sei gefallen, hatte die Rechnung allerdings ohne die Horgener gemacht. Die Zürcher starteten eine letzte Aufholjagd und kämpften sich bis auf 17:15 heran, als noch rund drei Minuten auf der Spieluhr standen.
Als das Momentum zu kippen drohte, fanden die Kreuzlinger jedoch rechtzeitig wieder die richtigen Antworten. Bis zum Spielende erzielte jeweils der SCK einen Treffer, auf den die Horgener zwar prompt reagierten, den Rückstand aber nicht mehr entscheidend verkürzen konnten. So brachte der amtierende Cupsieger seinen Vorsprung über die Ziellinie und zog mit einem verdienten 19:17-Erfolg erneut in den Cupfinal ein.
Wiedersehen mit Genève Natation
Im zweiten Halbfinale lieferten sich die Lokalmatadoren von Genève Natation und Carouge Natation einen regelrechten Krimi. Erst im Fünfmeterwerfen fiel die Entscheidung zugunsten der Genfer.
Damit war die Neuauflage des Cupfinals von 2024 perfekt: Der SC Kreuzlingen und Genève Natation treffen auch 2026 im Kampf um den Schweizer Cuptitel wieder aufeinander.
Der Cupsieger heisst erneut SC Kreuzlingen
Bereits von Beginn weg war beiden Mannschaften anzumerken, wie viel auf dem Spiel stand. Sowohl der SC Kreuzlingen als auch Genève Natation wollten diesen Titel um jeden Preis gewinnen. Entsprechend spektakulär und zeitweise auch chaotisch verlief das erste Viertel. Die beiden Offensivreihen dominierten das Geschehen nach Belieben und sorgten für reichlich Tore. Nach den ersten acht Minuten lautete das Resultat bereits 8:8 – ein durchaus aussergewöhnlicher Zwischenstand für ein erstes Viertel in einem Cupfinale.
Offenbar fand Kreuzlingens Coach Milan Petrovic in der Viertelpause die richtigen Worte. Während das Toreschiessen im Angriff weiterhin ausgezeichnet funktionierte, fand der SCK nun auch defensiv den nötigen Zugriff auf die Partie. Im gesamten zweiten Viertel liessen die Bodenseestädter lediglich einen Gegentreffer zu und setzten sich bis zur Halbzeit auf 12:9 ab.
Doch die Genfer machten deutlich, weshalb sie ebenfalls völlig verdient in diesem Endspiel standen. Sie gaben sich keineswegs geschlagen und kämpften mit grossem Einsatz gegen die drohende Silbermedaille. Das dritte Viertel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, in dem beide Teams Wasserball vom Feinsten zeigten. Schliesslich ging der SCK mit einer vermeintlich komfortablen 17:12-Führung in den Schlussabschnitt.
Nun hiess es aus Kreuzlinger Sicht vor allem cool bleiben und das Resultat verwalten. Dabei konnten die Thurgauer auf einen reichen Erfahrungsschatz aus den erfolgreichen Finalspielen der vergangenen Jahre zurückgreifen. Der amtierende Cupsieger liess sich nicht mehr aus der Ruhe bringen und kontrollierte die Partie bis zur Schlusssirene.
Am Ende setzte sich der SC Kreuzlingen verdient mit 20:17 durch, und so war es einmal mehr die Wasserballmacht vom Bodensee, die den Cuptitel nach Hause in den Thurgau bringen durfte. Mit dem zum wertvollsten Spieler des Turniers gekürten SCK-Kapitän Joel Herzog traf es zudem genau den richtigen Spieler, der die begehrte Cuptrophäe für die Kreuzlinger Mannschaft in Empfang nahm und sie in den Genfer Nachthimmel reckte.
SC Kreuzlingen – SC Horgen 19:17
Viertelsergebnisse: 3:4, 6:2, 4:6, 6:5
SC Kreuzlingen:
Strkalj (T), Zlomislic (3), Pfister (2), Cuk (1), Längle (2), F. Rickenbach, J. Herzog (6/C), Y. Herzog (1), G. Rickenbach, M. Würth, Carballo (2), P. Würth (2), Tillema (T), Rutz
SC Horgen:
Gazzini (T), Szer (1), Kieloch, Fröhli (2), Osinski (1), Mathis, Negro, Flückiger (1), Csascovszky (4), Boros (5), Scala, Bjelajac (2), Herzog (1)
