Final-Thriller mit bitterem Ende: Kreuzlingen verliert auch Spiel zwei
Nach der Auftaktniederlage in Horgen stand der SC Kreuzlingen im zweiten Spiel der Playoff-Finalserie bereits unter Zugzwang. Vor einer eindrücklichen Kulisse im heimischen Hörnli lieferten sich die beiden Teams am Dienstagabend einen packenden Wasserball-Krimi, dessen Entscheidung erst im Penaltyschiessen herbeigeführt wurde. Nach regulärer Spielzeit hatte es 13:13 gestanden, am Ende setzten sich die Gäste durch und gehen in der Best-of-Five-Serie mit 2:0 in Führung.
Die Partie begann aus Kreuzlinger Sicht zunächst alles andere als wunschgemäss. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als die Horgener bereits mit 3:0 in Front lagen. Es fühlte sich an wie ein Déjà-vu: Schon im ersten Finalspiel hatte der SCK früh einem Rückstand hinterherrennen müssen, den er bis zur Schlusssirene nicht mehr wettmachen konnte. Doch anders als noch am Samstag fanden die Thurgauer diesmal rasch eine Antwort. Angepeitscht von den Heimfans kämpften sie sich zurück und verkürzten bis zur ersten Viertelspause auf 5:6.
Den Schwung nahmen die Gastgeber anschliessend mit in den zweiten Abschnitt. Die Zuschauer im Hörnli konnten mitansehen, wie die Hausherren die Partie drehten und sich bis zum Seitenwechsel eine knappe 8:7‑Führung erspielten.
Nach der Halbzeitpause entwickelte sich ein Spiel auf Messers Schneide, die Führung wechselte mehrmals hin und her. Im dritten Viertel gelang es Horgen erneut, das Momentum auf seine Seite zu ziehen und mit einem 11:10-Vorsprung ins Schlussviertel zu starten.
Als in diesem kaum eine Minute gespielt war, erhielten die Gäste einen Penalty zugesprochen – ein zwei-Tore-Rückstand drohte. Doch Kreuzlingens Schlussmann Strkalj parierte den Schuss von Horgens Boros und hielt den SCK damit im Spiel. Im direkten Gegenzug fiel der Ausgleich zum 11:11, wenig später gingen die Gastgeber sogar mit 12:11 in Führung.
Doch Horgen blieb seiner Linie treu und fand eine Antwort – erst mit dem Ausgleich, dann mit dem Führungstreffer zum 13:12 rund drei Minuten vor Schluss durch Alex Peter Csacsovszky. Die Entscheidung war das allerdings noch nicht: Patrick Würth glich zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene zum 13:13 aus. Da in den letzten Minuten keiner Mannschaft mehr ein Tor gelang, musste der Sieger im Penaltyschiessen ermittelt werden.
Dort fehlte den Kreuzlingern am Ende das letzte Quäntchen Glück. Während die Gäste sämtliche Versuche verwandelten, landete ein Kreuzlinger Penalty am Pfosten. So endete das zweite Spiel dieser Finalserie für den SCK auf denkbar bittere Weise.
Einen kleinen Trost kann der SC Kreuzlingen aus diesem bitteren Abend dennoch mitnehmen: Im Vergleich zum ersten Finalspiel zeigte sich der Titelverteidiger deutlich verbessert und verlangte dem Qualifikationssieger diesmal alles ab – so hätte die Partie auch genauso gut auf Kreuzlingens Seite kippen können. Dass die ohnehin schon aufgeheizte Stimmung durch mehrere umstrittene und enge Entscheidungen zusätzlich angefacht wurde, passte zu einem Finalabend, der bis zuletzt an Spannung kaum zu überbieten war.
Nun steht der Schweizer Meister allerdings mit dem Rücken zur Wand. Nach zwei Niederlagen darf sich der SCK keinen weiteren Ausrutscher mehr erlauben. Noch aber ist nichts entschieden. Eine Finalserie endet erst mit dem dritten Sieg – und solange dieser nicht gefallen ist, lebt die Hoffnung auf die Wende weiter.
Das nächste Spiel in dieser Serie findet bereits am Donnerstag, 16. Juli. Um 20.45 Uhr im Horgener Sportbad Käpfnach statt. Für die Thurgauer geht es darum, die Serie zu verlängern. Dramatik ist vorprogrammiert.
SC Kreuzlingen – SC Horgen 17:18 n.P.
Viertelsergebnisse: 5:6, 3:1, 2:4, 3:2 (4:5 n.P.)
SC Kreuzlingen:
Strkalj (T), Zlomislic (2), Pfister, Cuk (3), Längle (2), F. Rickenbach, J. Herzog (C/1), Y. Herzog, G. Rickenbach, Carballo (1), P. Würth (4), Dudler, Tillema (T), Rutz
Player of the Game: Patrick Würth
SC Horgen:
Gazzini (T), Szer (1), Kieloch (1), Fröhli, Osinski (C/1), Mathis (2), Negro, Flückiger (2), Csacsovszky (2), Boros (3), Scala, Bjelajac, Eberharter (T), Ph. Herzog (1)
Player of the Game: Tamas Boros
