Open Water Schweizermeisterschaft in Tenero: Starke Leistungen und viel Teamgeist in Tenero
Am Freitag reiste ein kleines Team mit neun Schwimmerinnen und Schwimmern der Elite ins Tessin nach Tenero, um an der Open Water Schweizermeisterschaft teilzunehmen. Mit dabei waren auch zwei Schwimmer aus dem Nachwuchs-Nationalkader. Für die jüngeren Teammitglieder war der Wettkampf im Freiwasser teilweise noch Neuland, während einige bereits zum zweiten Mal an einer solchen Meisterschaft dabei waren.
Die Bedingungen hätten kaum besser sein können: strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen und warmes Wasser sorgten für perfekte Voraussetzungen und Vorfreude auf spannende Rennen im Lago Maggiore.

Starker Auftakt über 5 Kilometer
Am Samstagvormittag fiel der Start über die 5 Kilometer. Jaro Weigele zeigte dabei ein schnelles und sehr starkes Rennen. Er hielt sich von Beginn weg an in der Spitze und durfte sich am Ende über den 2. Rang in der Gesamtwertung freuen. In der Kategorie Youth C sicherte er sich den 1. Rang.
Für Till Windisch war es das erste Rennen im Freiwasser. Trotz fehlender Open-Water-Erfahrung feierte er ein beeindruckendes Debüt. Mit dem 3. Rang in der Kategorie Youth C gelang ihm gleich bei seinem ersten Freiwasserrennen der Sprung aufs Podest.
Auch Frida Hirsch zeigte ein beherztes und starkes Rennen. In der ersten Gruppe wurde ein enorm hohes Tempo angeschlagen, bei dem sie leider nicht ganz mithalten konnte. Sie liess sich davon jedoch nicht entmutigen und schwamm ihr Rennen konsequent zu Ende. Ihr Einsatz wurde mit der Silbermedaille in der Kategorie Youth C belohnt.
Auch Ben Wanner zeigte über die 5 Kilometer ein solides Rennen und erreichte den 9. Rang.
Sergiy Stephanenko trat in der offenen Klasse an und beendete das Rennen auf dem 14. Platz.

Mit viel Einsatz über 3 Kilometer
Am Mittag standen die Rennen über 3 Kilometer auf dem Programm. Hier starteten Seraina Honsell, Elina Schärmeli, Tamara Fröhlich und Sophie Rechsteiner. Das Teilnehmerfeld war gross, und entsprechend war vor dem Start bei den jüngeren Schwimmerinnen eine gewisse Nervosität zu spüren.
Doch kaum war der Start erfolgt, war die Nervosität vergessen. Alle vier gingen mutig ins Rennen und kämpften sich durch die drei Kilometer. Elina Schärmeli schwamm ein gutes Rennen und erreichte den 10. Platz in der Kategorie Youth C, dicht gefolgt von Sophie Rechsteiner auf Rang 12.
Tamara Fröhlich beendete ihr Rennen auf dem 14. Platz. Seraina Honsell erreichte in der Kategorie Youth B den 12. Rang. Das Rennen bot allen vier Mädchen die Gelegenheit, sich im grossen Feld zu behaupten und ihren eigenen Rhythmus unter Wettkampfbedingungen zu finden.
Nach dem intensiven Wettkampftag stand am Samstagnachmittag die Regeneration im Mittelpunkt. Die Schwimmerinnen und Schwimmer nutzten die Zeit, um sich zu erholen, bevor es nach einem frühen Abendessen zeitig ins Bett ging. Denn am Sonntag ging es mit dem 10-Kilometer-Rennen und der 4x1,5 km Staffel weiter.

Die Königsdisziplin: 10 Kilometer
Am Sonntagmorgen um 9 Uhr fiel der Start zum 10-Kilometer-Rennen. Die Schweizer Meisterschaft über 10km war gleichzeitig eingebettet in die European Aquatics Open Water Cup Leg 2 und entsprechend stark und international besetzt.
Frida und Jaro gingen für den Nachwuchs-Nationalkader ins Rennen und absolvierten erstmals überhaupt die Distanz von 10 Kilometern. Entsprechend gross war die Vorfreude, aber auch eine gewisse Aufregung. Die Starts der Männer und Frauen erfolgten mit fünf Minuten Abstand direkt hintereinander.
Sechs Runden galt es im See zu absolvieren. Viermal konnten sich die Schwimmer beim Feeding mit Getränken versorgen. Trainer Gino Deflorian reichte ihnen die Becher vom Ponton aus mit einem langen Stab ins Wasser, sodass sie schnellstmöglich auf dem Rücken liegend trinken konnten. Über die lange Distanz waren neben der Schwimmleistung auch eine gute Renneinteilung, die richtige Verpflegung und ein cleverer Umgang mit den eigenen Kräften entscheidend.
Jaro Weigele zeigte erneut ein schnelles und konzentriertes Rennen. Er fand einen guten Rhythmus und bewältigte die 10 Kilometer in starken 2:00:38,5 Stunden. Damit belegte er in der offenen Schweizer Wertung den 10. Platz. Auch Frida zeigte über die lange Distanz grosses Durchhaltevermögen. Während vier Runden übernahm sie für eine kleine Gruppe die Tempoarbeit. Diese offensive Renngestaltung kostete einiges an Kraft. Sie konnte ihr Tempo allerdings halten und erreichte mit einer Zeit von 2:08:12,5 Stunden den 12. Platz in der offenen Schweizer Wertung.
Für Sergiy Stephanenko lief das Rennen hingegen nicht ganz nach Plan. Er fand seinen Rhythmus nicht und kam während des Rennens nicht wie gewohnt in den Wettkampf. Trotzdem schwamm er die 10 Kilometer bis zum Ende durch und beendete das Rennen auf dem 15. Platz.

Sonntag Nachmittag – nochmals Vollgas in der Staffel
Nach dem kräftezehrenden 10-Kilometer-Rennen am Morgen gab es am Mittag zuerst ein reichhaltiges Mittagessen, um die leeren Energiespeicher wieder aufzufüllen. Viel Zeit zum Ausruhen blieb allerdings nicht, denn bereits am Nachmittag standen die Staffeln über 4 × 1,5 Kilometer auf dem Programm.
Für den SCK gingen Jaro Weigele, Frida Hirsch, Elina Schärmeli und Till Windisch an den Start. Dass Jaro und Frida erst wenige Stunden zuvor die 10 Kilometer absolviert hatten, war im Rennen kaum zu merken. Beide gingen nochmals mit vollem Einsatz ins Wasser und auch Elina und Till zeigten starke Leistungen.
In einem schnellen Feld schwamm das junge Team auf einen hervorragenden 4. Platz. Gegen die deutlich älteren Teams mussten sie sich am Ende nur knapp geschlagen geben und den Routiniers den Vortritt auf das Podest lassen.
Auch die zweite Staffel mit Sergiy Stepanenko, Sophie Rechsteiner, Seraina Honsell und Ben Wanner zeigte einen tollen Einsatz und erreichte den 7. Platz.
Wertvolle Erfahrungen und starke Leistungen
Damit ging ein intensives und erlebnisreiches Wochenende in Tenero zu Ende. Müde, aber mit vielen schönen Erinnerungen, starken Resultaten und vor allem wertvollen Erfahrungen ging es wieder zurück nach Hause. Besonders erfreulich waren die mutigen Auftritte der Schwimmerinnen und Schwimmer, die sich teilweise zum ersten Mal auf der grossen Freiwasserbühne behaupten durften.

Für Jaro und Frida war insbesondere die Premiere über 10 Kilometer eine wichtige Erfahrung für die weitere Entwicklung im Freiwasser.
Herzliche Gratulation an das gesamte Team und den Trainer zu den gezeigten Leistungen und dem grossen Einsatz!
Bilder: Maurice Windisch, Sandra Honsell, Jette-Marie Schnell
